Prof. Dr. Petra Wirtz

Mai 2015 uni'con - Das Magazin der Universität Konstanz

Mit dunkler Schokolade assoziiert man in der Regel zunächst Genuss und nicht unbedingt Stress. Allerdings ist genau dieser Zusammenhang eines der Themen, mit denen sich Prof. Dr. Petra Wirtz, die seit Oktober 2014 Professorin für Biologische Arbeits- und Gesundheitspsychologie an der Universität Konstanz ist, auseinandersetzt. So untersuchte sie beispielsweise in einer Studie die Auswirkungen von dunkler Schokolade auf die körperliche Reaktion bei Stress. Während die Teilnehmenden zwei Stunden nach dem Genuss von dunkler Schokolade beziehungsweise flavonoid-freier Placebo-Schokolade einen anschließenden Stresstest als gleich stark stressend einschätzten, wiesen die Blutergebnisse ein andres Ergebnis auf. Die Psychologin konnte nachweisen, dass die in der Schokolade mit hohem Kakaoanteil enthaltenen Flavonoide mit einer reduzierten Stresshormonfreisetzung einhergehen und somit vor der körperlichen Reaktion auf Stress zu schützen scheinen. "Die in der Nebenniere produzierten Hormone Cortisol und Adrenalin waren deutlich reduziert.", erläutert Petra Wirtz, die sich ihr medizinisches und biologisches Hintergrundwissen parallel zu ihrer wissenschaftlichen Fachausbilundg aneignete.

Die Forschung von Petra Wirtz gliedert sich in drei Schwerpunkte: Stress und Stressprojektion, Psychologie bei Herz-Kreislauf-Risiko (wie etwa Bluthochdruck unbekannter Ursache) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Gesundheit im Arbeitskontext. Aufgrund der interdisziplinären Ausrichtung ihrer Forschung arbeitet die Psychologin oft eng mit Krankenhäusern und Arbeitsgruppen aus den Fachbereichen Biologie und Medizin. So setzt sich auch ihre Arbeitsgruppe sowohl aus Psychologen wie auch Biologen zusammen. Sie freut sich auf die Kooperation mit dem Konstanzer Fachbereich Biologie, etwa um gemeinsam neue Projekte zu einzuwerben, sobald das geplante Labor der Biologischen Arbeits- und Gesundheitspsychologie fertig gestellt ist.

Petra Wirtz hat in Trier studiert und ist 2000 für ihre Promotion an die Eidgenössische Technische Hochschule nach Zürich gegangen. Anschließend war sie von 2002 is 2011 an der Universität Zürich als wissenschaftliche Oberassistentin tätig. Für eine Förderungsprofessur des Schweizerischen Nationalfonds wechselte sie 2011 an die Universität Bern, wo sie dann den Ruf an die Universität Konstanz erhielt. Der Konstanzer Ruf wurde unter anderem durch das Wissenschaftler-Rückkehrerprogramm der German Scholars Organization und der Carl-Zeiss-Stiftung gefördert, das Universitäten bei der Berufung von exzellenten deutschen Wissenschaftlern in den sogenannten MINT-Fächern und der BWL unterstützt, wenn diese zum Zeitpunkt der Berufung im Ausland tätig sind.

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