Heimkehr in die Fremde - Die Expat-Falle

Juli 2012 managerSeminare

von Anja Dilk und Heike Littger

Motiviert bis in die Haarspitzen und mit neu erworbenen Kompetenzen im Gepäck: So kehren Mitarbeiter von mehrjährigen Auslandseinsätzen zurück. Bereit für die nächste Herausforderung im Heimatland. Doch nicht immer gelingt der Karrieresprung – im Gegenteil: Mancher Expat fühlt sich zu Hause plötzlich fremd. Was ist zu tun, damit das Comeback eines Expats zum echten Comeback wird?

Zu diesem kleinen Abenteuer hatte Mareike Dieter richtig Lust: auf nach Rumänien. Der warme Süden Osteuropas, eine fremde Kultur, andere Arbeitsweisen und eine spannende Herausforderung für die junge Controllerin beim Metro-Konzern. Sie sollte vor Ort mit aufbauen, was sie bereits seit einem Jahr theoretisch durchdacht und in einer Machbarkeitsstudie betreut hatte: die Verwaltung für die Expansion des Lebensmitteleinzelhändlers Real auf den rumänischen Markt. Mareike Dieter packte ihre Koffer und machte sich auf nach Bukarest.

Alles lief nach Plan in Rumänien. Der erste Real-Markt eröffnete. Mit Elan hatte sich Mareike Dieter in die neue Aufgabe gestürzt und regelmäßig Kontakt zu ihrem Chef in Deutschland gehalten. Alle vier Monate besuchte sie die Kollegen in der Deutschlandzentrale, berichtete, wie es in Rumänien vorangeht. 'Das war das A und O', sagt Dieter heute. Sie ahnte schon damals: aus den Augen, aus dem Sinn. Wenn sie nicht in Erinnerung bleibt, wird sie Schwierigkeiten bekommen, in Deutschland wieder auf einer guten Position zu landen. 'Zumal im Handel enorm schnell entschieden wird. Wenn sich irgendwo eine neue spannende Stelle auftut, geht die Neubesetzung sehr schnell. Da muss man den Entscheidern präsent sein.'

Sie war es – und so lag zwei Jahre nach Dieters Auslandsstart plötzlich ein unerwartetes Angebot auf dem Tisch: 'Sie wissen jetzt, wie es geht, wollen Sie das Controlling für alle Auslandsniederlassungen betreuen – von Deutschland aus?' Natürlich wollte sie. 'Leiterin Controlling' bei der neuen internationalen Holding der Real-Group – für die damals 28-Jährige der Traumjob schlechthin. Besser hätte sich Dieter die Rückkehr ins Heimatland nicht vorstellen können.

Dieser Artikel ist hier nicht vollständig abgebildet.

Pressespiegel Archiv