Die Heimkehr der Forscher

März 2004 Schering Blätter

GSO zeigt jungen Wissenschaftlern Alternativen.

Von Hédi Körmendi

Der Wissenschaftsstandort Deutschland leidet unter „brain drain“. Die German Scholar Organisation (GSO), die seit Januar 2004 mit dem Standort Berlin auch in Deutschland vertreten ist, setzt sich gegen die Abwanderung der talentiertesten Köpfe ein. Die Initiative wird von Politik, Wirtschaft, Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie von deutschen Wirtschaftsunternehmen aus der IT-Branche, der Elektroindustrie und der pharmazeutisch-chemischen Industrie unterstützt, unter anderen von der Schering AG.

Die Zahlen sprechen für sich: Jährlich verlassen mehr als 1.000 deutsche Nachwuchswissenschaftler ihre Heimat, um ihre Karriere zeitweise oder gar auf Dauer in den USA fortzusetzen. Angelockt durch teilweise bessere Forschungsbedingungen und höhere Gehälter, verbleiben rund ein Viertel bis ein Drittel der Stipendiaten nach Beendigung ihres Förderzeitraums in den USA.

Den dringenden Handlungsbedarf hat die im März 2003 in San Francisco gegründete GSO erkannt. Die Non-Profit-Organisation versteht sich als eine Plattform für deutsche Nachwuchswissenschaftler in den USA und in Kanada. Ihr Ziel ist es, diese miteinander zu vernetzen und zugleich Brücken für rückkehrwillige Forscher nach Deutschland zu bauen.

Neben regelmäßigen Stipendiatentreffen und GSO-Stammtischen in Berkeley, Stanford und San Diego unterhält die GSO eine Website mit einer eigenen Jobbörse. Auf der GSO-Website, gemeinsam entwickelt mit der internationalen Online-Jobbörse Stepstone, können Graduierte und Post-docs ihren Lebenslauf sowie Arbeitgeber ihre Stellenangebote im Netz platzieren. Bereits ein Jahr nach ihrer Gründung zählt das GSO-Netzwerk über 400 junge Wissenschaftler. Auch für die deutschen Arbeitgeber ist das Netzwerk zunehmend interessant. Dr. Wolfgang Benz, Leiter Personal Forschung, Marketing & Verwaltung der Schering AG und Vizepräsident der GSO, setzt sich verstärkt dafür ein, die Bekanntheit der Initiative gegenüber Nachwuchswissenschaftlern sowie der deutschen Wissenschaft und Wirtschaft zu stärken: „GSO informiert unter anderem über Forschungs- und Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland, die vielfach ähnlich attraktive Arbeitsbedingungen und Zukunftsperspektiven bieten wie in den USA.“ Die Initiatoren erhoffen, den „brain drain“ bereits bald in einen „brain gain“ umzuwandeln.

Pressespiegel Archiv