Gemeinsam internationale Talente managen

Oktober 2018 duz Wissenschaft & Management

Gemeinsam internationale Talente managen

Internationalisierungsstrategie, Exzellenzinitiative und Einführung des Tenure-TrackModells verhelfen dem deutschen Wissenschaftssystem aktuell zu einem Wettbewerbsvorteil. Wissenschaftseinrichtungen können diese Chance nutzen und die besten Köpfe für den Standort Deutschland gewinnen.

Von Anne Schreiter und Daniel H. Wagner

Wissenschaft ist international und lebt von Austausch und gesunder Konkurrenz. Allerdings stehen diesem Ideal strukturelle Hindernisse gegenüber, die sich auf den institutionellen Rahmen, aber auch auf individuelle Forscherkarrieren auswirken. Es liegt also zum einen an den politischen Entscheidern, angemessene Rahmenbedingungen für Wissenschaft und Forschung zu schaffen. Zum anderen sind Engagement und Innovation auf Ebene der Institutionen und individueller Akteure gefragt.

Institutionen müssen gute Lösungen im Einklang mit der eigenen Strategie finden, sie brauchen sich dabei aber nicht nur auf die eigenen Ressourcen zu verlassen oder das Rad neu zu erfinden: Partner wie Stiftungen oder die gemeinnützige German Scholars Organization (GSO) können bei Bedarf unterstützen, zum Beispiel über Rückkehrprogramme und Best-Practice-Sharing. Gerade für die Themenfelder Talentmobilität und -management ist gebündeltes Engagement mehrerer Akteure zentral. Denn wenn der Standort Deutschland exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland gewinnen und halten möchte, muss dieses Signal klar auf allen Ebenen an die Zielgruppe gesendet werden.

Wissenschaftler als Highpotentials Die Zielgruppe der Wissenschaftler im Ausland ist eine heterogene. Bei der GSO setzen Rekrutierung und Rückkehrmanagement in der Regel bei deutschen Wissenschaftlern im Ausland an. Deren Motive für eine Karrierestation in Deutschland sind zwar mitunter andere als die ihrer nicht deutschen Kollegen, die Wünsche und Herausforderungen der Scientific Community sind aber häufiger vom Karrierelevel und der privaten Situation als von der Nationalität abhängig. Für exzellente Rückkehrer und internationale Wissenschaftler gilt in der Regel, dass sie Deutschland als Karrierestation dann in Erwägung ziehen, wenn ihnen ein attraktives Angebot mit guten Rahmenbedingungen vorliegt oder zumindest eine Perspektive für einen angemessenen Karriereschritt vorhanden ist. Dabei sind zunehmend Mosaik- und Grenzgängerkarrieren bei Fach- und Führungskräften auch in der Wissenschaft zu beobachten. Unternehmen und andere außerakademische Organisationen wie die GSO sind daher für ausdifferenzierte Karriereszenarien sensibilisiert. Instrumente und Ansätze aus anderen Sektoren können so auch für den Wissenschaftssektor gewinnbringend sein.

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