Denkstube des Digitalen: 8 Thesen zur Digitalisierung aus dem ThinkLab Deutscher Stiftungen

Mai 2018 Stiftungswelt, Bundesverband deutscher Stiftungen

Denkstube des Digitalen

Im zweiten ThinkLab Deutscher Stiftungen zum Thema Digitalisierung treffen völlig
unterschiedliche Persönlichkeiten und Kompetenzen aufeinander. Kann das Denklabor
trotzdem gelingen?

Von Theo Starck

 

 

„Diese Veränderungen werden kommen, ob wir das wollen oder nicht. Die Digitalisierung findet auch ohne uns statt, wenn wir nicht reagieren.“ Zwei Sätze braucht Anne Schreiter, Geschäftsführerin der German Scholars Organization, um eine hitzige Debatte zu entfachen. Es ist der 18. Januar 2018 und damit der erste Tag des letzten dreitägigen Treffens des ThinkLab Digitalisierung im Haus Deutscher Stiftungen, dem Sitz des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, und es geht gerade hoch her. Einzelne Teilnehmer sitzen verstreut auf den Tischen des Forum Robert Bosch, des großen  Konferenzraumes im Erdgeschoss des Hauses. Andere lehnen locker an der Wand, wieder andere sitzen, vermutlich genau wie in ihrem heimischen Büro, vor mitgebrachten Laptops. Zur Diskussion steht, wie die Ergebnisse, die im letzten halben Jahr gemeinsam erarbeitet wurden, der Öffentlichkeit, vor allem aber dem Stiftungswesen, präsentiert werden sollen.

Eine Option, die nun von verschiedenen Seiten in den Raum geworfen wird, ist die Provokation.
Drei Mal hat sich die Gruppe des ThinkLab Digitalisierung bereits getroffen, das erste Mal Ende September 2017. Das Lab beginnt an diesem Spätsommertag sehr offen: sich kennen lernen, Themen sammeln, Erfahrungen austauschen steht auf dem Programm. Schnell wird klar: Das Thema ist groß, vielleicht zu groß. Und trotzdem: Das Digitale ist heute in fast allen Bereichen des Lebens und Arbeitens angekommen, irgendwie muss also darüber gesprochen und nachgedacht werden. Das ThinkLab ist dafür Ort und Gelegenheit zugleich. 


Das Thema wird innovativ angegangen und Dr. Gereon Schuch, Leiter des Lab, stellt bei diesem ersten Treffen die Methode Strategic Foresight vor: „Wir wollen nicht einfach linear weiterdenken, wie es werden könnte, sondern Zukunftsszenarien des Dritten Sektors entwickeln, die plausibel aus angenommenen Einflussfaktoren abgeleitet werden.“ Die Idee ist also, eine vorstellbare Zukunft als Möglichkeitsraum zu konstruieren. Diese könnte beispielsweise so aussehen: Im Jahr 2030 ist das Arbeiten datengetriebener und wirkungsorientierter als heute, große Corporate Player haben stark an Einfluss gewonnen und alle gesellschaftlichen Bereiche sind ausnahmslos digitalisiert. Ein Gedankenspiel, bei dem die Teilnehmenden ihre literarische, manchmal auch ihre dystopische Seite ausleben – solange es dabei um plausible und analytisch gut begründete Gedankenexperimente geht. Begleitet und unterstützt wird die Methodenarbeit durch Dr. Johannes Gabriel von Foresight Intelligence aus Berlin.  

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