Leiter der HIV-Forschung in Essen: "Ein HIV-Impfstoff ist möglich"

November 2016 rp-online.de

(Susanne Hamann) An der Uniklinik Duisburg-Essen hat das erste deutsche Forschungszentrum für HIV eröffnet. Leiter Hendrik Streeck will dort schaffen, was weltweit bislang nur viermal zuvor ausprobiert wurde: In Studien mit Menschen einen Impfstoff gegen HIV entwickeln. Wir haben mit ihm gesprochen.

Herr Streeck, Sie leiten das Institut für HIV-Forschung an der Uniklinik Essen-Duisburg. Was ist so besonders daran?

Streeck: Das Besondere ist, dass wir uns ganz der Erforschung des HI-Virus verschreiben. Bei uns steht also eine einzige Erkrankung im Mittelpunkt, an die wir uns von mehreren Seiten annähern. Es gibt einige gute HIV-Forscher in Deutschland, die sich aber meist mit Teilaspekten der Erkrankung beschäftigen oder häufig noch weitere Erkrankungen oder Viren erforschen. Außerdem wird in Deutschland fast keine Forschung mehr zu HIV-Impfstoffen gemacht. Das ist aber eines unserer wichtigsten Ziele.

Warum wird in Deutschland nicht an HIV-Impfstoffen geforscht?

Streeck: Weil es zum einen eine sehr komplizierte als auch sehr teure Forschung ist. Man muss sich klar machen, dass die USA mehr Geld zur Erforschung von HIV in die Hand nehmen, als alle europäischen Länder zusammen. Weltweit gab es deshalb erst vier große Effektivitätsstudien zu HIV-Impfstoffen, die übrigens alle durch die USA finanziert wurden. Weiterlesen

 

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