GSO Newsletter Oktober 2005


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GSO-Intern


  • Bulmahn und Schavan im Dialog mit der „Initiative Zukunft Wissenschaft“
  • Aktuelle Stellenausschreibungen für Wissenschaftler


    Out There
    Karriere und Förderung – Aktuelles

  • Neu! E-Newsletter der DFG
  • Privates Engagement für die Forschung: Neues Plattner-Institut in Stanford
  • Uni Siegen: Erste industriefinanzierte Juniorprofessur
  • Weitere Programme und Fördermöglichkeiten unter folgendem <Link> auf
        der Webseite von GAIN


    On the Radar
    Trends und Entwicklungen im Forschungs- und Hochschulwesen

  • Forschungspolitik in neuen Händen - Schavan vs. Stoiber
  • Lisbon, Barcelona & Berlin – Reports from ‘the Front’
        on German Research Funding
  • Exzellenzinitiative: Eindrucksvolle Antragsskizzen für Zukunftskonzepte
  • Forderungen von Hochschulen und Wissenschaft
        an die neue Forschungspolitik
  • Ist die deutsche Wissenschaftskultur schlechter als andere?
  • Exzellenzinitiative der anderen Art: Die deregulierte Hochschule

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    GSO-Intern


    Bulmahn und Schavan im Dialog mit der „Initiative Zukunft Wissenschaft“
    Die im September im Rahmen des Wissenschaftlertreffens in San Diego geborene “Initiative Zukunft Wissenschaft’ (wir berichteten im <September Newsletter>) hat für große Aufmerksamkeit in der Medien- und Wissenschaftswelt gesorgt. Die noch amtierende Bildungs- und Forschungsministerin, Frau Edelgard Bulmahn, hat dabei ebenso wie ihre designierte Nachfolgerin im Amt, Frau Annette Schavan, das Dialogangebot der Scholars aufgegriffen. Daneben haben auch die bildungs- und forschungspolitischen Sprecher der SPD und FDP, das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie Vertreter der Wissenschaftsszene und der Wirtschaft positiv auf die Initiative reagiert.
    Neben einer Vielzahl von <Artikeln> in der deutschen Presse, in denen der Offene Brief thematisiert wurde, fand die Initiative zudem Aufmerksamkeit in den USA und wurde in einem Artikel im Journal „Nature“ vorgestellt.
    Geplant ist nun ein Rundtischgespräch zwischen dem BMBF und der Initiative im Dezember zur Ausarbeitung des gemeinsamen weiteren Vorgehens, insbesondere im Hinblick auf die mögliche Ausrichtung einer Konferenz „Zukunft Wissenschaft“ Anfang 2006 mit Beteiligung des Bundes, der Länder, der Wirtschaft, der Wissenschaftsorganisationen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland.
    Die Initiative, der sich mittlerweile über 500 deutsche Wissenschaftler im Ausland angeschlossen haben, hat sich im September mit einem Offenen Brief an die Bundesministerin für Bildung und Forschung sowie an die entsprechenden Landesminister gewandt und ihre Unterstützung bei den anstehenden Reformprozessen in der Hochschul- und Wissenschaftspolitik in Deutschland angeboten.

    Den Offenen Brief sowie Reaktionen aus Politik, Wirtschaft und der Wissenschaftsszene finden Sie auf der Startseite der GSO Webpage unter folgendem link: <http://www.gsonet.org>


    Aktuelle Stellenausschreibungen für Wissenschaftler
    Projektleiter / Systemwissenschaftler System Engineering, Führungs-Trainee R&D Quality and Operations, Head of Department Bioanalytics. Dies ist nur eine kleine Auswahl der Vielzahl von interessanten Stellenausschreibungen für Wissenschaftler in unserer Jobbörse. Besuchen Sie die GSO Jobbörse unter: <http://www.gsonet.org/jobs/>


    Out There
    Karriere und Förderung – Aktuelles


    Neu! E-Newsletter der DFG
    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) veröffentlichte in diesem Monat zum ersten mal ihren neuen E-Newsletter „DFG Aktuell“, der über aktuelle Entwicklungen im Hochschul- und Forschungsbereich, Ausschreibungen und Veranstaltungen informiert. Den E-Newsletter können Sie über den folgenden Link beziehen: <http://www.dfg.de/mailing/newsletter/>


    Privates Engagement für die Forschung: Neues Plattner-Institut in Stanford
    Neben den Bemühungen von Bund und Ländern gibt es auch Neuigkeiten aus der privaten Forschungsförderung. So stellte SAP-Mitgründer Prof. Hasso Plattner 35 Millionen US-Dollar zur Verfügung, um gemeinsam mit der Stanford University das neue „Hasso Plattner Institute of Design" zu errichten. Es gehört zur „School of Engineering" der Stanford University und soll Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen bringen, um gemeinsam nutzerfreundliche Innovationen zu entwickeln. Die Institutseröffnung fand Anfang Oktober statt.
    Wissenschaftsmäzen Prof. Hasso Plattner erläutert das Vorhaben:
    „Das Institut wird durch Forschung und Lehre dafür sorgen, dass in interdisziplinär arbeitenden Teams stärker erfinderisch gedacht wird. Diese Projekt-Gruppen sollen Innovationen hervorbringen, die einen noch höheren Nutzen für den Menschen haben als bisher und drängende Probleme in Wirtschaft und Gesellschaft lösen".
    In Zusammenarbeit mit dem „Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik" in Potsdam, über das bereits im GSO-Newsletter November 2004 berichtet wurde, sollen auch deutsche Unternehmen an gemeinsamen internationalen Entwicklungsprojekten teilnehmen. Weiter ist in diesem Rahmen der Austausch von Lehrinhalten und anderen Materialien zwischen beiden Instituten vorgesehen.
    Mehr dazu unter: <http://idw-online.de>


    Uni Siegen: Erste industriefinanzierte Juniorprofessur
    Erstmalig wird jetzt an der Universität Siegen eine Professur von einem Industrieunternehmen finanziert. So stiftet die Firma Muhr und Bender/MUBEA, Attendorn eine Junior-Professur im Fachbereich Maschinenbau.
    Dies ist für die Hochschule ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu neuen Finanzierungsmöglichkeiten, die in Zukunft für alle Universitäten von immer größerer Bedeutung sein werden. Aller Voraussicht nach werden die öffentlichen Haushalte bald nur noch eine Grundfinanzierung gewährleisten, die dann durch Mittel aus der Forschungsförderung und Industrie ergänzt werden muss. Folglich wird das Forschungsniveau einer Hochschule in beträchtlichem Maße von den jeweils vorhandenen Drittmitteln abhängen.
    Mehr dazu unter: <http://idw-online.de>


    On the Radar
    Trends und Entwicklungen im Forschungs- und Hochschulwesen


    Forschungspolitik in neuen Händen - Schavan vs. Stoiber
    Seit dem 17. Oktober steht die neue Ministerin für Bildung und Forschung fest: Dr. Annette Schavan, die bisherige Kultusministerin Baden-Württembergs, wird das Amt von ihrer SPD-Vorgängerin Edelgard Bulmahn übernehmen. Die 50jährige stellvertretende CDU-Vorsitzende Schavan studierte Erziehungswissenschaften, katholische Theologie und Philosophie und war unter anderem sieben Jahre lang als Leiterin des Cusanuswerkes tätig, einer katholischen Einrichtung zur Begabtenförderung.
    Bereits vor der Wahl bezeichnete Schavan in einem Spiegel-Interview die Bildung als „das Herzstück der Landespolitik“, es sei damit nicht Aufgabe des Bundes, in die Gestaltung von Hochschulen einzugreifen. Für eine Verschlankung oder Abschaffung des Hochschulrahmengesetzes zugunsten der Länderkompetenzen sei sie offen, bemerkte Schavan in einem Interview mit der Welt vom 15. September.
    Der Umfang ihrer Zuständigkeit in forschungspolitischen Fragen ist indes noch Gegenstand der Koalitionsverhandlungen. Der designierte Bundeswirtschaftsminister Edmund Stoiber beansprucht die Kompetenzen für einige Referate aus Schavans künftigem Ministerium für sein Ressort; dabei handelt es sich um die Bereiche „Neue Technologien“, „Verkehr & Raumfahrt“ sowie „Information & Kommunikation“. Stoiber begründet sein Ansinnen laut einem ZEIT Online-Artikel damit, dass diese Bereiche der angewandten Forschung vorrangig in Unternehmen angesiedelt wären. Nach einem Bericht der Tagesschau Online vom Donnerstag bestätigte die künftige Kanzlerin Merkel mittlerweile, dass das Referat „Neue Technologien“ dem Wirtschaftsministerium zugesprochen werde. Die Abgrenzung sei jedoch „im Detail schwieriger als man denkt“, daher werde der endgültige Zuschnitt der Ministerien erst bei Regierungsbildung bekannt gegeben, so Merkel.

    Die Präsidenten der großen deutschen Wissenschaftsorganisationen hatten sich in den letzten Tagen bereits gegen eine Aufteilung des Forschungsressorts auf zwei Ministerien ausgesprochen. Die Grundlagenforschung sei nicht von der angewandten Forschung zu trennen, des weiteren brauche es eine starke Stimme, um die Interessen der Wissenschaft sowohl innerhalb Deutschlands als auch bei der EU erfolgreich zu vertreten.

    Designierte Ministerin Schavan:
    <http://www.annette-schavan.de/>
    <http://www.welt.de/data/2005/09/15/775581.html>
    <http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,379518,00.html>

    Aufteilung des Forschungsressorts:
    <http://www.zeit.de/2005/44/Argument_44>
    <http://www.tagesschau.de>

    Stellungnahmen der Wissenschaftsorganisationen:
    <http://apollo.zeit.de/wo/article.php?id=792117>
    <http://idw-online.de/pages/de/news133951>


    Lisbon, Barcelona & Berlin –
    Reports from ‘the Front’ on German Research Funding

    In July of 2005 the European Commission released the report Key Figures 2005 on Science, Technology and Innovation: Towards a European Knowledge Area and with it concern for the future of competitive European science and research. Reporting data up to 2003, the 2005 key figures are notable as the first official comparative retrospective data to allow a look into the actual – and not rhetorical or anecdotal – development of European R&D efforts one year after the crucial commitment made in 2002, among other targets, to increase overall European R&D investment to 3 percent of gross domestic product (GDP) by 2010. More than raising questions limited to European short-term commitments to self-proclaimed goals, the figures ultimately beg questions about the long term sustainability of European strength in R&D in the face of international competition.

    This, the first in a series of reports examining the findings of the Commission’s report and delving into questions of future competitiveness, sets the stage by first exploring the politico jargon of ‘Lisbon’ and ‘Barcelona’.
    Read the entire article on the GSO website under:
    <http://www.gsonet.org/shared/articles/LisbonBarcelonaBerlin.htm>


    Exzellenzinitiative: Eindrucksvolle Antragsskizzen für Zukunftskonzepte
    Nach den Antragsskizzen für Graduiertenschulen und Exzellenzcluster, mussten am 14. Oktober nun auch die Entwürfe für Zukunftskonzepte der Universitäten eingereicht werden. Professor Einhäupl, Vorsitzender des Wissenschaftsrates, äußerte sich beeindruckt: „Es handelt sich um 27 Skizzen aus zehn Bundesländern, alle eindrucksvoll professionell in Darstellungsform und Design. Ich bin hocherfreut über die Vielfalt der Ideen, die deutsche Universitäten zur Verbesserung ihrer Forschung hervorgebracht haben. Sollte dies alles umgesetzt werden, verspreche ich mir davon eine deutliche Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Universitäten in Deutschland." Insgesamt können bis zu zehn Universitäten mit jeweils rund 21 Millionen Euro pro Jahr für ihre Zukunftskonzepte gefördert werden. Mittel für Graduiertenschulen und Exzellenzcluster sind in diesen Fördermitteln bereits enthalten, da sie als essentieller Bestandteil des Zukunftskonzepts einer Hochschule angesehen werden. Unter den Antragstellern finden sich viele renommierte deutsche Universitäten, wie die Universitäten zu Bonn, Freiburg, Leipzig und die drei Berliner Universitäten.
    Eine gemeinsame Kommission von Wissenschaftsrat und Deutscher Forschungsgemeinschaft wird nun über die eingegangenen Antragsskizzen entscheiden. Die Universitäten werden dann im Januar 2006 zur Stellung entsprechender Anträge aufgefordert, deren Begutachtung im Sommer 2006 erfolgt. Eine Entscheidung über die Bewilligung der Anträge fällt dann im Oktober 2006.
    Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie unter:
    <http://www.wissenschaftsrat.de/PM/pressemitteilungen.html>


    Forderungen von Hochschulen und Wissenschaft
    an die neue Forschungspolitik

    Welcher Bundesminister künftig für welches Forschungsressort zuständig sein wird, ist momentan noch nicht entschieden. Klar ist jedoch schon jetzt, dass die Verantwortlichen in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen stehen, wenn sie das deutsche Hochschul- und Forschungssystem wie angekündigt stärken wollen. Was sich Vertreter der Wissenschaftsorganisationen in Deutschland konkret von der Politik der neuen Regierung erhoffen, fasst die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in einer gemeinsam mit der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) ausgearbeiteten 3-Punkte-Erklärung zusammen.
    DFG & MPG: „Potenziale stärken, Freiräume schaffen“
    <http://www.dfg.de/aktuelles_presse/>

    Auch die Hochschulen haben Ihren Forderungen bereits Ausdruck verliehen. Der 10-Punkte-Beschluss der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) gibt detaillierte Empfehlungen zur Neugestaltung von Bildung, Wissenschaft und Forschung.
    HRK: Mehr Engagement für Bildung, Wissenschaft und Forschung!
    <http://www.hrk.de/de/beschluesse/>


    Ist die deutsche Wissenschaftskultur schlechter als andere?
    Amerikanische Universitäten sind per se Weltspitze, die japanische Wissenschaft versteckt sich in ihrem Elfenbeinturm und russische Forscher arrangieren sich mit staatlich vorgegebenen Denk-Linien: Diese und andere Klischees werden in Deutschland oft bedient, wenn über die Vor- und Nachteile fremder Wissenschaftskulturen gesprochen wird ― auch in der aktuellen Reformdebatte. Doch sind Stereotypen selten hilfreich, wenn es darum geht, Lehren für die eigene Kultur zu ziehen. In einem Themenheft der „Zeitschrift für Geschichtswissenschaft“ berichten nun deutsche Historiker von ihren sehr persönlichen Erfahrungen mit ausländischen Wissenschaftswelten. Wie auch die „Initiative Zukunft Wissenschaft“ der GSO Scholars möchten die Autoren damit neue Denkansätze für den Umbau des deutschen Hochschul- und Forschungssystems liefern.
    Die Publikation mit dem Titel „Grenzgang in der Geschichte ― Wissenschaftskulturen im internationalen Vergleich“ steht kostenlos als PDF zur Verfügung: <http://www.metropol-verlag.de/>


    Exzellenzinitiative der anderen Art - Die deregulierte Hochschule
    Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft hat in Kooperation mit der Heinz Nixdorf-Stiftung Ende September ein neues Programm namens „die deregulierte Hochschule“ ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Initiative stehen fünf Modellhochschulen (TU Darmstadt, TU Dresden, TU Göttingen, Universität Heidelberg, TU München) insgesamt 2,5 Millionen Euro zur Verfügung, um ihre Strukturen zu autonomisieren und somit Handlungsempfehlungen für andere Universitäten zu entwickeln. Langfristig soll auf diese Weise bundesweit ein System deregulierter Hochschulen entstehen. Informationen hierzu finden Sie unter:
    <http://www.stifterverband.de/site/php/>


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