GSO Newsletter Januar 2005
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Prof. Dr. Erhardt, Generalsekretär des Stifterverbandes, tritt in den Ruhestand“Fit for Germany” – Bewerbertraining für GSO Scholars
Out There Entwicklungen und Aktuelle Opportunities bei Karriere und Förderung
Brückenprogramm der VolkswagenStiftung Max Planck Institut für Plasmaphysik und Universität Greifswald richten Hochschul-Nachwuchsgruppe ein Boehringer Ingelheim Fond: Doktorantenstipendien im Bereich biomedizinische Grundlagenforschung
On the Radar Trends und Entwicklungen im Forschungs- und Hochschulwesen
HRK: Rechtsunsicherheit für Juniorprofessuren beseitigt Nachtrag zum Dezember-Newsletter: Pakt für Forschung und Innovation vertagt Studiengebühren und Eliteuniversitäten – Bundesverfassungsgericht kippt Verbot von Studiengebühren. Bundespräsident schaltet sich in Föderalismusstreit ein.
From Across the Pond Der Arbeitsmarkt in Deutschland
Spitzeninformatiker aus den USA zurückgewonnen Werbung um Ausländer
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Prof. Dr. Erhardt, Generalsekretär des Stifterverbandes, tritt in den Ruhestand Prof. Dr. Manfred Erhardt, seit sieben Jahren Generalsekretär des Stifterverbandes der deutschen Wissenschaft, trat mit Beginn des neuen Jahres in den Ruhestand. Vor seinem Wechsel zum Stifterverband war Prof. Erhardt von 1991 bis 1996 Berliner Wissenschaftssenator unter dem damaligen Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen. Nachfolger von Prof. Erhardt im Amt des Generalsekretärs wird Dr. Andreas Schlüter, zuletzt Generalsekretär des Goethe Instituts in München.
Prof. Erhardt hat von Beginn an die Arbeit und Aktivitäten der GSO aktiv unterstützt. Dank dieses Engagements konnte die GSO schnell einen eigenen Beitrag zur Förderung des Wissenschaftsstandortes Deutschland leisten. Mit Hilfe des Stifterverbandes hat die GSO eine internetgestützte Jobbörse eingerichtet sowie ein Netzwerk deutscher Wissenschaftler in den USA und Kanada aufgebaut. Auch in Zukunft wird die GSO, dank der Unterstützung des Stifterverbandes, aktiv als Brücke zwischen der Vielzahl erfolgreicher deutscher Wissenschaftler in den USA und dem Standort Deutschland auftreten.
Der Stifterverband wird in diesem Jahr 19,6 Millionen für seine Förderprogramme aufwenden und somit seinen Etat im Vergleich zum Vorjahr um Euro 400.000 erhöhen. Neben einer besonderen Förderung von Fachhochschulen und der weiteren Unterstützung von Stiftungsprofessuren wird der Stifterverband ein Programm zum Thema „die deregulierte Hochschule“ mit 1.75 Millionen Euro fördern.
Wir bedanken uns bei Prof. Erhardt und dem Stifterverband für die bislang so umfangreiche Unterstützung und begrüßen Herrn Dr. Schlüter in dieser wichtigen Position.
Mehr Informationen zum Stifterverband und zu den Förderschwerpunkten unter: <http://www.stifterverband.de>
“Fit for Germany” – Bewerbertraining für GSO Scholars Wie bereits in vergangenen Newslettern angekündigt, wird die GSO anlässlich der Regionaltreffen in Berkeley und Chicago „Fit for Germany – Workshops“ veranstalten. Hier erhalten die Teilnehmer gezielte Informationen und Tipps für die Bewerbung in einem Unternehmen sowie an Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland. Wie sehen Ihre Perspektiven aus? Was für Verdienstmöglichkeiten bestehen? Wie bewerbe ich mich erfolgreich? Im Rahmen dieser Tagesveranstaltung verschaffen wir Ihnen einen Einblick in das umfangreiche Themenspektrum rund um den Arbeitsmarkt in Deutschland, um so Ihre Erfolgschancen bei einer Bewerbung zu optimieren.
Die Einladung zu dieser Veranstaltung, die Mitte Februar verschickt wird, richtet sich an GSO registrierte Wissenschaftler, die eine berufliche Rückkehr nach Deutschland anstreben und ihr Profil bereits aktiv in die <GSO Jobbörse> eingestellt haben.
Out There Entwicklungen und aktuelle Opportunities bei Karriere und Förderung
Brückenprogramm der VolkswagenStiftung Anlässlich ihres 40. Jubiläums hat die VolkswagenStiftung – eine der Hauptförderer der German Scholars Organization – die Förderinitiative “Zukunftsfragen der Gesellschaft – Analyse, Beratung und Kommunikation zwischen Wissenschaft und Praxis” gestartet. Erster Baustein dieser Förderinitiative ist das “Brückenprogramm zwischen Wissenschaft und Praxis in der Transformation des Sozialstaates”. Mit dem Brückenprogramm will die Stiftung dazu beitragen, den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis zu verbessern. Das Förderangebot richtet sich zum einen an Wissenschaftler(innen), die vertiefte Erfahrungen in geeigneten Organisationen machen wollen, und zum anderen an Mitarbeiter solcher Organisationen, die an Erfahrungen in der problemorientierten Grundlagenforschung interessiert sind. Anträge für die aktuelle dritte von insgesamt fünf Ausschreibungsrunden (2003-2007) werden bis zum 15. März angenommen. Pro Ausschreibung werden Mittel für acht bis zehn vorübergehende Arbeitsaufenthalte vergeben, was insbesondere beinhaltet, dass die bislang erhaltenen Bezüge von der Volkswagenstiftung übernommen werden. Weitere Informationen sowie Ansprechpartner unter <www.volkswagen-stiftung.de>
Max Planck Institut für Plasmaphysik und Universität Greifswald richten Hochschul-Nachwuchsgruppe ein Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) und das Institut für Physik der Universität Greifswald haben eine Nachwuchsgruppe für „Computergestützte Materialwissenschaften“ eingerichtet. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Simulation von Veränderungen an der Oberfläche und im Inneren von Materialien, die in Kontakt mit Plasma stehen. Hierdurch sollen Grundlagen für die Stromerzeugung in Fusionskraftwerken und die Plasmaprozess-Technik geschaffen werden.
Finanziell unterstützt wird die Nachwuchsgruppe durch den 2002 eingerichteten Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. Junge talentierte Forscher erhalten so die angemessene Ausstattung und Selbstständigkeit, um sich für ihre wissenschaftliche Karriere zu profilieren. Insgesamt zwanzig Nachwuchsgruppen haben bereits ihre Arbeit aufgenommen. Weitere Informationen unter <http://www.ipp.mpg.de>
Boehringer Ingelheim Fond: Doktorantenstipendien im Bereich biomedizinische Grundlagenforschung Der Boehringer Ingelheim Fond vergibt dreimal jährlich ca. 15 Doktorantenstipendien im Bereich der biomedizinischen Grundlagenforschung. Die laufende Antragsfrist endet am 1. Februar 2005. Mehr unter: <http://www.gain-network.org>
On the Radar Trends und Entwicklungen im Forschungs- und Hochschulwesen
HRK: Rechtsunsicherheit für Juniorprofessuren beseitigt Nachdem der Bundesrat am 14.12.2004 den Weg für die dauerhafte Einführung der Juniorprofessur in Deutschland freigemacht hat, erklärte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Professor Dr. Peter Gaehtgens, nun sei für Juniorprofessoren endlich wieder Rechtssicherheit geschaffen worden.
Wie in unseren Newslettern von Oktober und November bereits berichtet, war das “Gesetz zur Änderung dienst- und arbeitsrechtlicher Vorschriften im Hochschulbereich” notwendig geworden, nachdem das Bundesverfassungs-gericht am 27.07.2004 das 5. Änderungsgesetz zum HRG für nichtig erklärt hatte.
Laut Gaehtgens sei nach der Entscheidung des Bundesrates wichtig, die Juniorprofessur in allen Landeshochschulgesetzen zu verankern. Zur Zeit ist sie bereits in zehn Landeshochschulgesetzen vorhanden.
Der HRK-Präsident wies ebenfalls darauf hin, dass die Änderung der bisherigen Mindestvoraussetzungen für die Einstellung zum wissenschaftlichen Mitarbeiter nicht akzeptabel seien. Da durch die Änderung die Gefahr bestehe, von den bisher anerkannten Qualitätsmaßstäben nach unten abzuweichen, bat er die Länder faktisch keine neue Praxis einzuführen.
Mehr dazu unter: <http://www.hrk.de>
Nachtrag zum Dezember-Newsletter: Pakt für Forschung und Innovation vertagt In unserem Dezember-Newsletter haben wir darüber berichtet, dass sich die Bundesregierung und die Bundesländer am 15. November 2004 auf den Pakt für Forschung und Innovation verständigt hatten. Am 16. Dezember 2004, nach Redaktionsschluss, haben die Ministerpräsidenten der Länder ihre Entscheidung über den Pakt und den Wettbewerb zur Förderung von Spitzenuniversitäten jedoch vertagt. Sie begründeten ihre Entscheidungen mit den noch andauernden Verhandlungen von Bund und Ländern über die Föderalismusreform.
Studiengebühren und Eliteuniversitäten – Bundesverfassungsgericht kippt Verbot von Studiengebühren. Bundespräsident schaltet sich in Föderalismusstreit ein. Das Bundesverfassungsgericht hat erwartungsgemäß den Weg für die Einführung von Studiengebühren in den Ländern freigemacht. Das bundesweite Verbot durch die rot-grüne Regierungskoalition verletzt nach Auffassung des Gerichts das Gestaltungsrecht der Länder und ist damit nichtig.
Fünf Unionsländer - Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Niedersachsen und das Saarland - wollen spätestens von 2006 an rund 500 Euro Gebühren pro Semester verlangen. In fast allen SPD-Ländern soll dagegen das Erststudium gebührenfrei bleiben. Rheinland-Pfalz verlangt dazu eine neue Form des Länder-Finanzausgleiches. Studiengebühren sind Teil einer größeren Hochschulreform, die – so deren Verfechter – Universitäten mehr Autonomie sowie die Mittel einbringen soll, um auf internationaler Ebene konkurrieren zu können.
Eliteuniversitäten – auf Eis gelegt? Den geplanten Förderwettbewerb von Eliteuniversitäten bezeichnen süddeutsche Ländervertreter infolge der gescheiterten Föderalismus-Verhandlungen hingegen als bereits beendet. “Das Projekt ist tot”, sagte Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU). Auf das Geld der Bundesregierung wollen auch Bayern und Baden-Württemberg allerdings nicht verzichten. Denn der Bund hatte angeboten, gut drei Viertel der insgesamt 1,9 Milliarden Euro für den Wettbewerb zu finanzieren. Davon würden gerade Universitäten in Bayern und Baden-Württemberg voraussichtlich am stärksten profitieren, weil sich dort mehrere Kandidaten für den Status einer Spitzen-Universität versammeln.
Frankenberg und sein bayerischer Kollege Thomas Goppel (CSU) indes setzen sich für ein Alternativmodell ein: Sie wollen die gesamte Summe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) übertragen. Anstatt Eliteuniversitäten zu unterstützen, sollten international wettbewerbsfähige Forschungseinheiten in den Hochschulen gefördert werden, hieß es. Laut "Stuttgarter Zeitung" will Frankenberg sich mit seinen Kollegen aus den CDU-regierten Ländern abstimmen und danach Kontakt zu den SPD-Ländern und zu Edelgard Bulmahn aufnehmen.
Auftritt Köhler Auch Bundespräsident Horst Köhler hat bereits versucht, die Mitte Dezember gescheiterten Verhandlungen zwischen Bund und Ländern über eine Reform des deutschen Föderalismus wieder in Gang zu bringen. Köhler traf sich am 11. Januar mit den Vorsitzenden der Kommission, SPD-Chef Franz Müntefering und CSU-Chef Edmund Stoiber, um mit ihnen über einen möglichen Neustart der Kommission zu beraten. Köhler hatte zuvor signalisiert, dass er die Entflechtung der Zuständigkeiten von Bund und Ländern für eine zentrale Reform hält. Auch Altbundespräsident Roman Herzog forderte seinen Nach-Nachfolger auf, das Scheitern der Föderalismuskommission nicht zu akzeptieren: "Ich wünsche mir, dass er in dieser so wichtigen Frage angesichts der bestehenden Blockade die Initiative ergreift." Auch nach dem Spitzentreffen bei Bundespräsident Horst Köhler bleibt die CDU jedoch hart: Die Christdemokraten bestehen auf umfassende Länderkompetenzen bei der Bildungspolitik.
In der Diskussion um deutsche Elite-Unis hat sich auch der ehemalige Präsident der Stanford University, Gerhard Casper, zu Wort gemeldet. Auch er sprach sich dafür aus, die Gelder der DFG zu übertragen. Zudem ist er der Ansicht, dass deutschen Universitäten in Zukunft keine Studentenmassen mehr aufgebürdet werden darf. „Ich bezweifle, dass angemessene Studiengebühren in der Bundesrepublik zu vermeiden sind“, sagte Casper außerdem Mitte Januar in Berlin. Angesichts der Tatsache, dass bereits jetzt jedes vierte Bundesland in Kürze Studiengebühren erheben will, scheint Casper Recht zu behalten.
From Across the Pond Der Arbeitsmarkt in Deutschland
Spitzeninformatiker aus den USA zurückgewonnen Als Leiter ihres Institutes für Integrierte Publikations- und Informationssysteme hat die Fraunhofer Gesellschaft einen Deutschen aus den USA gewinnen können. Prof. Dr. Thomas Hofmann war in den vergangenen fünf Jahren an der Brown University in Rhode Island beschäftigt. Er promovierte am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und erhielt 1998 ein Stipendium in Berkeley. Hofmann ist nun zugleich auch Professor für intelligente Systeme an der TU Darmstadt. “Wenn Spitzenwissenschaftler nach Auslandserfahrungen in den USA wieder zurückkommen, dann ist das ein Zeichen für das Innovationspotenzial in Deutschland”, kommentiert Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, den Neuzugang unter seinen Mitarbeitern.
Deutsche Hochschulen werben um „ausländische Elite“ Deutsche Hochschulen wollen für hoch qualifizierte Ausländer mit fremden Pass die Tore öffnen: Aufgrund der zunehmend gesunkenen Attraktivität des Studienstandortes Deutschland werben die deutschen Hochschulen verstärkt um die “ausländische Elite”.
Durch vermehrte Vorlesungen in englischer Sprache, leichterer Anerkennung von Studienleistungen an ausländischen Partnerhochschulen und die verstärkte Einführung von internationalen Studienabschlüssen wird das Studium in Deutschland für Ausländer immer attraktiver gemacht.
Aufgrund der mangelnden Sprachkenntnisse ist ein Studium in Deutschland für den Nachwuchs aus Fernost im Gegensatz zu einem Studium in Australien oder den USA bislang wenig attraktiv. Viele deutsche Unis haben nun darauf reagiert und bieten ab sofort sogar ganze Studiengänge in englischer Sprache an.
Für ausländische Studenten ist ein Studium in Deutschland vor allem im Hinblick auf die bislang nicht existierenden Studiengebühren interessant. Sind doch Studiengebühren in vielen Ländern der Welt heute zur Gewohnheit geworden.
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