GSO Newsletter Februar 2006


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GSO-Intern


  • Wissenschaftlertreffen San Francisco 2006: Rekordbeteiligung!
  • GSO Stammtische
  • Jobbörse: Neue Stellenangebote


    Out There
    Karriere und Förderung – Aktuelles


  • Trotz Verbesserungen: US-Visa-Problematik bleibt
  • Neue Studie: Die Besten kehren zurück!
  • Wiki-Portal www.hochschulkarriere.de
  • Die Dinosaurier kämpfen weiter
  • Aktionsprogramm Open Access
  • Aktuelle Stiftungsprofessur


    On the Radar
    Trends und Entwicklungen im Forschungs- und Hochschulwesen


  • Professionelles Unimanagement - Studie Friedrich-Ebert-Stiftung
  • Schlechte Studienbedingungen – Gebühren zurück
  • Deutschlands Unis boomen
  • A European Institute of Technology?


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    GSO-Intern


    Liebe GSO Scholars,

    wie versprochen meldet sich das GSO-Team noch im Februar mit den neuesten, wenn auch etwas verkürzten Informationen zur deutschen Hochschullandschaft bei Ihnen.

    In diesen Tagen dreht sich in unserem Berkeley Büro nämlich alles um das bevorstehende Regionaltreffen am kommenden Wochenende in San Francisco. Und schon jetzt haben wir einen Rekord zu verzeichnen: Mehr als 100 Scholars haben sich für das Treffen angemeldet! Vielen herzlichen Dank für Ihr Interesse! Es freut uns sehr, dass unsere Bemühungen eine so große Resonanz bei Ihnen finden. Und mit Blick auf das Programm denke ich, dass Ihre Erwartungen nicht enttäuscht werden.

    Die Treffen der GSO sind auch immer eine wunderbare Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und alte Bekanntschaften zu pflegen.

    Eine andere Möglichkeit, diese Kontakte zu vertiefen sind Stammtische, die sich in einigen Städten der USA bereits etabliert haben. In Berkeley findet der Stammtisch alle zwei Wochen im Faculty Club der Universität statt. Im letzten Monat haben uns Scholars über die Neugründung eines Stammtisches in Calgary, Kanada bzw. einen bereits bestehenden und erweiterungsfähigen Stammtisch in New Haven informiert.

    Aus diesem Anlass möchten wir Sie nochmals ermutigen, auch in Ihrer Stadt einen regulären Treff für deutsche Wissenschaftler zu initiieren. Was Sie dabei eventuell beachten sollten, haben wir in einem kleinen Leitfaden zusammengefasst, den Sie auf unseren Webseiten finden. Falls Sie Informationen über Ihren Stammtisch mit anderen Scholars teilen möchten, lassen Sie es uns bitte wissen. Wir helfen Ihnen gerne, mit anderen Scholars in Kontakt zu kommen.
    Aktuelle Termine für alle Stammtische sowie Kontaktinformationen finden Sie unter http://www.gsonet.org/de/stammtisch.htm.

    Am Schluss noch ein Hinweis auf unsere Jobbörse. In den vergangenen zwei Monaten sind viele neue Stellenangebote hinzugekommen, auf die ich Sie gerne aufmerksam machen möchte. Zum Beispiel sucht das Institut für Virologie und Immunbiologie der Universität Würzburg einen Gruppenleiter, die Firma sanofi-aventis stellt zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Toxikologen ein. Dies sind nur zwei Beispiele - ein Blick in unsere weiteren Jobangebote lohnt sich auf jeden Fall  genauso wie der Besuch unserer Job & Career Fair beim Wissenschaftlertreffen am kommenden Sonnabend, 4. März, im Mission Bay Conference Center.

    Ich freue mich darauf, viele von Ihnen dort begrüßen zu können.

    Herzlichst,
    Ute Schulz

    Vielen Dank an Nicole Rädisch, Benedikt Lehr & Todd Bradley für ihre tatkräftige Unterstützung beim Verfassen dieses Newsletters.


    Out There
    Karriere und Förderung – Aktuelles


    Trotz Verbesserungen: US-Visa-Problematik bleibt

    Nach 9/11 sank zum ersten Mal seit 50 Jahren die Zahl der ausländischen Studenten an US-Hochschulen. Und das 2 Jahre in Folge. Dies hat Washington wachgerüttelt und zur Rice-Chertoff-Initiative geführt. Die Botschaften und Konsulate sind angewiesen neue Visa schneller auszustellen. Allerdings sieht die Regelung immer noch vor, dass Studierende und Wissenschaftler, um ihr ablaufendes Visum zu verlängern, die USA verlassen und sich am US-Konsulat im Heimatland neu bewerben müssen. Dies ist mit dem Risiko verbunden, kein neues Visum zu bekommen. Manche amerikanischen Unis empfehlen ihren Wissenschaftlern deshalb einfach ohne Verlängerung zu bleiben, um eine Lawine zu erzeugen und so Druck auf Washington auszuüben.
    http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=5164575
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/464481/


    Neue Studie: Die Besten kehren zurück!

    Der Soziologe Wolf Lepenies hat im Jahr 2003 die deutsche Wissenschaftsgemeinde mit der Behauptung aufgeschreckt, dass jeder siebte promovierte deutsche Student in die Vereinigten Staaten abwandere. Diese These wurde jetzt von der promovierten Soziologin Claudia Diehl vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden anlässlich eines Forschungsaufenthalts in Washington überprüft. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass es zwar richtig ist, dass die Zahl der hochqualifizierten Auswanderer überproportional steigt. Allerdings ist das in erster Linie die Folge des Anstiegs der zeitlich befristeten US-Aufenthalte. Zwischen 1990 und 2000 hat die Zahl der temporären amerikanischen Visa für hochqualifizierte Deutsche um etwa 50 Prozent zugenommen. Da viele dieser Personen ihren bisherigen deutschen Wohnsitz dabei aufgeben, werden sie im deutschen wie im US-Zensus als Aus- bzw. Einwanderer gezählt. Das entspricht aber nicht der Quote der wirklichen dauerhaften Auswanderer. Wichtig ist nämlich: Das Risiko eines sich verstetigenden Aufenthalts ist gleich geblieben. Es beschließen heute nicht mehr Deutsche als früher, nach einem Aufenthalt in den USA dauerhaft in Amerika zu bleiben.

    Für uns heißt das: Die meisten wollen und kommen zurück. Und dafür, dass die Rückkehr nach Deutschland einfacherer und erfolgreicher wird, setzt sich die GSO ein.

    Der gesamte Bericht ist in dem aktuellen Heft der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie abgedruckt. Leider ist er nicht online verfügbar. Wir bleiben dran, um den Artikel baldmöglichst auf unserer Homepage zum download zur Verfügung zu stellen.

    Englische 8-Seiten Kurzfassung des Reports:
    http://www.migrationinformation.org/Feature/display.cfm?id=328


    Wiki-Portal www.hochschulkarriere.de

    Das neue Wiki-Portal „http://hochschulkarriere.de“ geht an den Start. Es ist eine gemeinsame Initiative des Centrum für Hochschulentwicklung des deutschen Hochschulverbands und des Vereins zur Förderung der Juniorprofessur. Unterstützt wird es von der Stiftung Mercator. Das Portal dient der Information und dem Austausch jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Dabei nutzt es die Wiki-Technologie. Das heißt, jeder der sich beteiligen will, kann das Portal auch verbessern, erweitern und kommentieren.


    Die Dinosaurier kämpfen weiter

    Das Bolognaabkommen, eine Vereinbarung von mittlerweile 40 Staaten, sieht vor, dass bis 2010 ganz Europa sein Hochschulsystem auf die gestuften Abschlüsse Bachelor und Master umstellt. Auch Deutschland. Auch die Staatsexamensfächer. Hier wollen die Mediziner, Juristen und Pädagogen nicht mitziehen. Die Juristen waren bisher am erfolgreichsten: Sie haben es geschafft, im Koalitionsvertrag der Großen Koalition von der Umstellung ausgenommen zu werden. Es wurde festgelegt, dass in Jura für Bachelor kein Bedarf besteht. Die Mediziner verweisen darauf, dass sie das Studium gerade umfassend reformiert haben. Sie haben die Unterstützung des Wissenschaftsrats, der für Medizin weiter den Bachelor ablehnt.

    Bei den Pädagogen spricht sich die Kultusministerkonferenz inzwischen vehement für die Umsetzung des Bologna-Beschlusses aus. Viele Länder haben auch schon weitgehend auf Bachelor und Master umgestellt. Allerdings keineswegs einheitlich.

    http://www.hrk.de/de/presse/95_3125.php
    http://www.zeit.de/2006/05/C-Staatsexamen


    Aktionsprogramm Open Access

    „Open Access" meint den ungehinderten, kostenfreien Zugang zu wissenschaftlichem Wissen im Internet. Diskutiert wird darüber schon länger, aber langsam kommt tatsächlich etwas in Bewegung. Die ersten Universitäten, bspw. Bielefeld und Stuttgart, fordern ihre Wissenschaftler nachdrücklich dazu auf, alle bereits veröffentlichen Artikel auf einem Publikationenserver der Universität abzulegen und in Open Access Zeitschriften zu publizieren. Die Verwendungsrichtlinien der DFG wurden dahingehend geändert, dass die mit Ihren Mitteln finanzierten Forschungsergebnisse auch im Rahmen von Open Access verfügbar gemacht werden sollen. Die Landesregierungen sehen hierin einen Weg, um die Unterversorgung der wissenschaftlichen Bibliotheken zu beenden. Auch Verlage wie bspw. der Springer-Verlag, nehmen Open Access mit in ihr Geschäftsmodell auf: Die Autoren können wählen, ob sie konventionell veröffentlichen wollen oder ob sie gegen Gebühr die Artikel und Publikationen durch den Verlag ins Internet stellen lassen, so dass jeder Interessierte diese kostenlos downloaden kann.


    Aktuelle Stiftungsprofessur

    An der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) ist baldmöglichst die Gerd-Bucerius-Stiftungsprofessur für Kultur und Geschichte Mittel- und Osteuropas (W3-Professur) zu besetzen. http://www.euv-frankfurt-o.de/


    On the Radar
    Trends und Entwicklungen im Forschungs- und Hochschulwesen


    Professionelles Uni-Management – Studie Friedrich-Ebert-Stiftung

    Die Bildungsreformen der Länder haben und die Föderalismusreform wird den Universitäten deutlich mehr Verantwortung übertragen. Man denke nur an die Umwandlung der Universitäten von Anstalten des öffentlichen Rechts in Stiftungen in Niedersachsen oder in Dresden. Mit der Selbständigkeit wachsen die Anforderungen an das Hochschulmanagement sprunghaft. Umso schwerer wird es geeignete Kandidaten zu finden, die sowohl in der Wissenschaft als auch in der Wirtschaft beheimatet sind.
    Eine Studie der Friedrich-Ebert Stiftung mit dem Titel „Stiefkind Wissenschaftsmanagement – Eine Streitschrift“ verfasst von Dr. Uwe Thomas, ehemaliger Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein und Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, greift diese Problematik jetzt umfassend auf. Trotz oder vielleicht gerade wegen des politischen Hintergrunds des Autors fordert dieser eine größere Selbständigkeit der Universitäten auch in Personalfragen, mehr Wettbewerb unter den Universitäten und mehr Managementqualitäten/-erfahrung bei denjenigen, die auswählen und bei denjenigen, die ausgewählt werden. Die Studie empfiehlt u.a. die Errichtung einer Führungsakademie um potentiellen Führungsnachwuchs für die Leitung von Wissenschaftsorganisationen und Hochschulen adäquat auszubilden und auch Vorschläge für eine leistungsgerechte, bessere Bezahlung. Natürlich soll niemand nur wegen des Geldes wegen die Position als Universitätspräsident anstreben. Allerdings sollte diese Position auch kein Abstieg sein. Spitzenwissenschaftler haben oft beachtliche Nebeneinkünfte. Die fallen weg, sobald sie ins Hochschulmanagement wechseln.

    Die vollständige, spannend zu lesende Studie finden Sie hier http://library.fes.de/pdf-files/stabsabteilung/03513.pdf


    Schlechte Studienbedingungen – Gebühren zurück

    Nordrhein-Westfalen will seinen Universitäten ab dem Sommersemester 2007 die Möglichkeit eröffnen Studienbeiträge für alle Studierenden zu erheben. Studienbeiträge für Studienanfänger sollen ab dem Wintersemester 2006/2007 möglich sein. Das ist aber nicht alles, was der Gesetzesentwurf vorsieht: Es soll eine Geld-zurück-Garantie geben, wenn das Angebot der Hochschule unzureichend ist. Wenn die Hörsäle zu klein sind oder Dozenten fehlen soll der Student die Möglichkeit haben ein Schiedsgremium einzuschalten, das dann über die Rückzahlung von Gebühren entscheidet. Diese Schiedskommission wird paritätisch mit Studenten und Hochschulmitgliedern besetzt.

    Vom Deutschen Hochschulverband wird allerdings kritisiert, dass die Studierenden nicht die Möglichkeit haben, im Wege einer Klage oder eines durchsetzbaren rechtlichen Anspruches die Erstattung der Studiengebühren durchzusetzen.
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/471873/


    Deutschlands Unis boomen

    Zumindest für ausländische Studenten: Der Anteil ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen steigt auf über 13 und erreicht damit einen Höchstwert. Der Anteil der so genannten Bildungsausländer, die nach Deutschland kommen, um zu studieren, lag bei über 10%. Die meisten Bildungsausländer kamen aus China (26 000), gefolgt von Bulgarien (12 500) und Polen (12 200).


    A European Institute of Technology?

    One of the more concrete suggestions to emerge from evaluative reviews of progress toward the Lisbon Strategy is the creation of a European Institute of Technology. The proposed institution is intended to establish and foster greater ties between and among education, research and innovative development and thereby strengthen European scientific and economic capacity and performance. Adopted and laid out for the first time in greater detail last week (February 22, 2006), Memo 06/88 from the European Commission outlines the recommendations it will make to the European Council at the upcoming March European Council meeting to establish a new institution for science, education and research, the European Institute of Technology (EIT).

    The proposal for the EIT constitutes an interesting venture in the institutional development of European research capacity. It appears to head in the (right) directions demanded by the modern post-industrial economy, with the potential to better integrate research and development and overcome historical, institutional biases of the European academic system. Nonetheless, there are some outstanding questions regarding the capacity of such an institution to achieve its aims under the proposed framework. The following will briefly examine the proposal and aims to provide further information on topics touched earlier in other Kurzberichte on European R&D policies (“Mapping European Research”, “Lisbon, Barcelona and Berlin” I and II).
    Read the entire article at http://www.gsonet.org