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Perspektiven in der
Wirtschaft: Beratung und
Bewerbungstipps
Antworten auf
Eure Fragen von den GSO-Fachberatern Dieter
Stache und Ralf Kortkampf
Wir haben für Euch die
wichtigsten Fragen aus
unserem Chat mit euch
zusammengetragen.
Wir haben gemerkt, dass euch
viele Fragen bewegen, wir
aber leider nicht alle
beantworten konnten. Für
eine persönliche Beratung
wendet euch bitte an
Stephanie Böcker. Sie wird
euch in dieser Hinsicht auch
gerne Rede und Antwort
stehen.
1.
Wechsel in die
Selbstständigkeit
Ich
interessiere mich für
Perspektiven als
Selbständiger in der
Wirtschaft. Die Ausrichtung
der Selbständigkeit geht in
Richtung Beratung: Fachlich
(Physiker mit IT Hintergrund
und Luftfahrt Erfahrung)
sowie Management und
Strategiefragen. Es kommen
dabei alle Branchen im
Bereich der Hochtechnologie
für mich in Frage.
Diese
Branchen sind für den
Bereich der großen
internationalen
Beratungsfirmen geeignet, z.
B Strategie und
Technologieberatung bei
prognos. Dies sollten Sie
als Einstieg verstehen, um
Erfahrung für die
Selbstständigkeit zu
sammeln.
2.
Wechsel in die
Industrie
Mit welchen
Argumenten kann ich meinen
wissenschaftlichen
Hintergrund am Besten in der
Industrie vermarkten, anders
gefragt: welchen Mehrwert
kann ich als
wissenschaftlich
Ausgebildeter für die
Industrie bringen -- welche
Highlights werden am besten
von den Gegenübern
verstanden?
Als Wissenschaftler bringen
Sie fachliche und
methodische Expertise zur
Bearbeitung komplexer bzw.
strategischer
Problemstellungen mit. Gehen
Sie auf die speziellen
F&E-Schwerpunkte des von
Ihnen ausgewählten
Unternehmens ein und
versuchen, Ihren Beitrag zur
Bewältigung der anstehenden
Aufgaben klarzumachen.
Nennen Sie dazu möglichst
konkret Ihre Erfahrung,
Fachkenntnis und Motivation
so, dass evt. anwesende
Nicht-Fachleute die große
Linie verstehen können
(reduzieren Sie die wiss.
Komplexität)
Der "Mehrwert" besteht in
der "Verwertbarkeit" Ihrer
Tätigkeit.
Ich möchte
mir Ihre Einschätzung
bezüglich meiner Chancen in
der Wirtschaft einholen.
Hier mein kurzer Steckbrief:
Dr.oec.troph., 40 Jahre,
Industrieerfahrung, 3 Jahre
Post-Doc in Stanford, 3
Jahre persönliche Referentin
einer bayerischen
Eliteuniversität, seit 4
Jahren in einem bayerischen
Ministerium; wie sehen Sie
meine Chancen für die
Wirtschaft?
Generell
sucht die Wirtschaft
Spezialisten, allerdings
derzeit im Schwerpunkt
Ingenieure, IT-Leute, BWLer.
Mit ausgefalleneren
Studienrichtungen ist heute
sehr gut in
Beratungsunternehmen und
Dienstleistungen wie
Versicherungen
unterzukommen, da hier neben
dem Fachwissen soziale
Kompetenzen und analytisches
Arbeiten im Vordergrund
stehen.
Ich bin im
Life Science Bereich als
Postdoc in Boston tätig und
möchte mich nun nach ein
paar Publikationen beruflich
weiterentwickeln. Die Idee
ist, aufgrund von privaten
Bindungen noch ein paar
Jahre in den USA zu bleiben
und hier einen Job in der
Pharma/Biotech Branche zu
finden. Greencard usw. ist
vorhanden. Meine Frage ist,
ob diese Berufserfahrung in
Deutschland positiv ist.
Im Prinzip
ist das in Ordnung. Es
könnte allerdings sein, dass
Sie dann für eine Position
im Unternehmen zu „alt“
sind. Größere Unternehmen
tendieren zur Einstellung
von jungen Akademikern bis
max. 36 Jahren.
Diese "Altersgrenze" kann
möglicherweise durch
spezielle Erfahrungen bzw.
Kenntnisse kompensiert
werde, so dass es durchaus
zu einer Einstellung kommen
kann, wenn das
Anforderungsprofil der
Stelle von Ihnen gut
getroffen wird.
Die normale
Einstiegsposition in einer
Firma nach einem Postdoc in
der Life science ist
Spezialist in einer
Arbeitsgruppe, bei kleineren
Unternehmen auch
Gruppenleiter mit
Personalverantwortung.
3.
Formen und Wege der
Bewerbung
Wie geht man
es denn am besten an, wenn
man nach einem Postdoc in
die Industrie will? Wie gehe
ich bei der Bewerbung vor?
Am besten ist
die klassische gezielte
Bewerbung, günstiger wäre,
wenn aufgrund des Studiums
oder spezieller Erfahrungen
schon ein Anknüpfungspunkt
für eine Branche oder
Unternehmen da wäre.
Auf jeden Fall die
entsprechende Homepage der
Unternehmen aufsuchen und
auf Ansätze für die
Bewerbung analysieren sowie
analog Jobbörsen im Internet
aufsuchen.
Wenn ich mein
Postdoc-Jahr nun gerade
begonnen habe, wann wäre
denn der richtige Zeitpunkt
um sich in der Industrie zu
bewerben?
Sie sollten
sich nach 2 bis 3 Jahren
Postdoc in der Industrie
bewerben.
Von wo aus
sollte man sich am Besten
bewerben, noch aus dem
Ausland, vielleicht ein
halbes Jahr vor der
geplanten Rückkehr? Oder ist
es günstiger, erst nach
Deutschland zurückzukehren
und sich dann zu bewerben?
Die Bewerbung
vom Ausland aus ist in
Ordnung, auch ein halbes
Jahr vorher. Ideal wäre die
Bewerbung in Deutschland,
weil Firmen bisher teure
Reisekosten scheuen. Dies
ändert sich aber langsam
wieder.
Wenn man aus
der Wissenschaft aussteigen
will und komplett umsatteln
möchte (Life Science to
Consulting), wie begründet
man das am besten? Gibt es
bestimmte Erfolg
versprechende
Formulierungen, oder andere
definitive no-nos?
Begründung:
Umsetzung von
Forschungserkenntnissen in
die Praxis (Anwendungsorientierung);
dieser Weg ist durchaus
nicht selten. Und führt in
der dritten Phase nicht
selten zurück in die
Forschung.
Sind die
professionellen
Bewerbungshilfen (z.B. Hesse
und Schrader), die einem
beim Anschreiben und
Lebenslauf helfen eigentlich
gut? Gibt es irgendwelche
besonders
erfolgreichen/empfehlenswerten
Firmen, die bei der
Bewerbung helfen?
Hesse und
Schrader sind gute
Standardwerke. Ein weiterer
Tipp: Jobbörsen von großen
Unternehmen geben
detaillierte Tipps und auch
Jobbörsen wie Stepstone. Es
gibt Berater, die helfen,
aber: Es ist auf jeden Fall
besser selbst die Bewerbung
zu erarbeiten, weil sie dann
authentischer ist.
Unsere
Bewerbungsempfehlungen, die
wir auch im Fit-for-Germany
Workshop mitgeteilt haben,
finden Sie
hier.
Wie wichtig
ist das (leider total
verpatzte) Abitur bei
exzellenten akademischen
Leistungen? Wie lange
nachdem es vorbei ist, muss
das Abi-Zeugnis noch
beigelegt werden?
Das
Abiturzeugnis wird von
Personalleitern häufig noch
erbeten um Kontinuität oder
auch Brüche zu erkennen.
Legen Sie es bei, da es in
Deutschland zumeist noch
erwartet wird, obwohl bei
langer wissenschaftlicher
Arbeit die Bedeutung
abnimmt.
Ich bin
gerade mit meinem PhD fertig
geworden und habe nun ein
Vorstellungsgespräch in
einer Biotechfirma für eine
Stelle in R&D. Ich werde
einen Vortrag von 45 min
halten über meine "letzten
Projekte" (O-Ton
Personalabteilung. Was muss
unbedingt in diesen Vortrag
rein, welche Gliederung? Was
muss ich beachten?
1. Eine
Alternative mit ca. 15min
bereithalten, weil Zuhörer
meist ungeduldig sind. 2.
Nicht in wissenschaftlichen
Einzelheiten verlieren,
sondern Ergebnisse der
Projekte hervorheben. 3. Das
für Sie günstigste Projekt
schwerpunktmäßig
präsentieren. 4. Gliederung
voranstellen 5. Flipchart
oder Overhead-Projektor etc.
einsetzen 6. Laut und
deutlich sprechen 7. Die
Hauptperson (künftigen Chef)
ansehen.
4.
Gehaltsfragen
Wieviel kann
ich denn nach 2-3 Jahren
postdoc in den USA in der
Pharmaindustrie fordern?
Es gibt bei
Beratungsgesellschaften und
Verbänden Übersichten über
Gehaltsbandbreiten die
erfahrungs-, altersabhängig
oder standortabhängig sind.
Werten Sie diese aus und
nutzen Sie ggf. auch bei der
GSO persönliche Beratung.
5.
Brancheninformationen
Gibt es eine
Übersicht, auf der die
meisten Chemie-Firmen (nicht
Pharma) in Deutschland
aufgelistet sind?
Wenden Sie
sich bitte an den VCI
(Verband der chemischen
Industrie).
Wo gibt es
Informationen für den
Bereich Pharma?
Informationen
gibt es bei dem Verband
forschender
Arzneimittelhersteller oder
auch dem VCI (Verband
chemischer Industrie).
Gibt es Beraterfirmen die
sich auf alternative
Energien spezialisiert
haben?
Die großen
Beratungsunternehmen decken
eigentlich alle Sparten ab
(McKinsey, BCG etc.).
Ansonsten Nachfrage beim
Verband der beratenden
Unternehmen.
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