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Jahrestagung deutscher Nachwuchswissenschaftler in
San Diego
Die German Scholars Organization (GSO) lud, in
Kooperation mit dem Deutschen Akademischen
Austauschdienst (DAAD), der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Alexander von
Humboldt Stiftung (AvH), vom 9. September bis zum 11.
September 2005 auf den Campus der UC San Diego zum
vierten Treffen deutscher Nachwuchswissenschaftler in
den Vereinigten Staaten ein. Zum Thema der Veranstaltung
„Wissenschaft im Wettbewerb – Transatlantische
Konkurrenz und Kooperation“ trafen 160 deutsche
Nachwuchswissenschaftler, die im Westen der USA und
Kanadas an Universitäten, in Forschungseinrichtungen und
Unternehmen wissenschaftlich tätig sind, mit Vertretern
der deutschen Hochschul- und Wissenschaftsszene,
Wirtschaftsunternehmen und Vertretern der deutschen
Bundesregierung zusammen.
Wie bereits bei den vergangenen Treffen in Boston, Palo
Alto und Berkeley zeigte sich der große Bedarf der
Nachwuchswissenschaftler an Informationen zur
Entwicklung des Wissenschaftsstandortes Deutschland
sowie konkreten beruflichen Perspektiven in Deutschland.
Prof. Ernst-Ludwig Winnacker, Präsident der DFG, Prof.
Peter Gaehtgens, Präsident der
Hochschulrektorenkonferenz, und weitere Gäste stellten
in Ihren Vorträgen und in Gesprächen aktuelle hochschul-
und wissenschaftspolitische Entwicklungen in Deutschland
vor. Insbesondere die Themen öffentliche
Forschungsförderung, ’Brain Drain’, Elitenwettbewerb und
die Exzellenzinitiative standen dabei im Mittelpunkt der
Diskussion. Dr. Hans Coufal, Physiker und seit vielen
Jahren als Manager bei IBM tätig, verdeutlichte im
Rahmen seiner Präsentation die Rolle der Wirtschaft und
der industriellen Forschungsförderung.
Eine immer wichtigere Position bei der
Forschungsförderung und der (Rück-) Gewinnung von
Wissenschaftlern nimmt die Europäische Union ein, deren
Kommission durch Dr. Mary Kavanagh in San Diego
vertreten war. Dr. Kavanagh stellte im Panel und bei der
parallel veranstalteten Career Fair die aktuelle EU
Forschungspolitik sowie insbesondere das 7.
Forschungsrahmenprogramm vor, welches ab 2007 das
jetzige 6. Rahmenprogramm ablöst und neben den
etablierten Förderinstrumenten der Europäischen Union
neue Impulse für die Grundlagenforschung und
Innovationen beinhaltet.
Im Rahmen der Career Fair präsentierten Vertreter
deutscher Wirtschaftsunternehmen berufliche Perspektiven
für Wissenschaftler in Deutschland. Alternativen zur
Hochschulkarriere spielen für Wissenschaftler eine immer
größere Rolle, allerdings mangelt es hier häufig an
Verbindungen zu entsprechenden Arbeitgebern und
insbesondere an Informationen zu den beruflichen
Optionen. Die Career Fair stellte daher eine ideale
Kontaktplattform dar und verdeutlichte, neben der
klassischen Stellenbesetzung in der industriellen
Forschung, das wachsende Interesse der Unternehmen an
Wissenschaftlern zur Besetzung von Managementpositionen.
Die Pausen und gemeinsamen Mahlzeiten sollten allen
Teilnehmern schließlich Gelegenheit zum Networking und
persönlichen Austausch geben. So luden das Deutsche
Generalkonsulat in Los Angeles, vertreten durch den
Generalkonsul, Herrn Dr. Christian Stocks, sowie der
Verband der Chemischen Industrie zu Empfängen auf den
Campus der UC San Diego ein. Als Gastredner konnte Prof.
Dr. Lawrence Goldstein begrüßt werden, Biologe an der UC
San Diego und einer der maßgeblichen Initiatoren der
Stem Cell Research Initiative (Proposition 71), die im
vergangenen Herbst in Kalifornien den Weg frei machte
für die Verwendung von Steuergeldern zur Förderung
dieses Forschungsbereichs.
Die Veranstaltung wurde von den Teilnehmern durchweg als
sehr erfolgreich und wichtig bewertet und vor allem die
Nachwuchswissenschaftler zeigten sich, trotz mancher
Skepsis, positiv gestimmt gegenüber den Entwicklungen
und Reformbemühungen in Deutschland. Die Botschaft aus
Deutschland, dass man sich ernsthaft um eine (Rück-)
Anbindung der Wissenschaftler bemühe, ist nach Aussage
der Scholars jedenfalls angekommen.
Turnusgemäß erhalten im kommenden Jahr
Nachwuchswissenschaftler an der Ostküste der USA und
Kanadas die Gelegenheit zum Austausch mit Vertretern aus
Deutschland und den USA zu hochschul-, forschungs- und
wirtschaftsrelevanten Themen.
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