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Fit for Germany Workshop und des GSO Symposium/Career Fair
vom 3.- 5. Juni 2005 in Chicago


Dr. James Deschner
Adjunct Assistant Professor, The Ohio State University


Viele deutsche Akademiker, die in den USA leben und forschen, verfolgen die Veränderungen im deutschen Hochschul- und Wissenschaftsbereich mit großer Aufmerksamkeit. Prinzipiell haben viele von ihnen Interesse an einer Rückkehr nach Deutschland, doch die schwindende Anbindung an Deutschland und die mangelnden Informationen über aktuelle Trends erschweren die Entscheidungsfindung und verringern die tatsächlichen Bewerbungschancen. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, veranstaltete die German Scholars Organization (GSO) am ersten Juni-Wochenende 2005 den Workshop „Fit for Germany“ und ein Symposium mit einer parallel laufenden Career Fair in Chicago.
Viele Teilnehmer des Workshop waren bereits am Freitag angereist und nahmen am Empfang des Deutschen Generalkonsuls im Goethe Institut Chicago teil. An diesem sehr schönen Ort fand dann auch der sehr informative und hervorragend organisierte „Fit for Germany“-Workshop in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hochschulverband (DHV) und McKinsey & Company am Samstag statt.
Die Teilnehmer des Workshops waren deutsche Akademiker, die z.T. schon seit mehreren Jahren in den USA forschen, arbeiten oder studieren, und sich über eine Rückkehr nach Deutschland informieren wollten. Herr Dr. Matthias Afting von McKinsey & Company gab den Teilnehmern, die von zahlreichen amerikanischen Universitäten bzw. Instituten kamen, einen sehr informativen und vergleichenden Überblick über die aktuellen Arbeits- und Lebensbedingungen in Deutschland und den USA. Dabei wurden auch demographische Entwicklungen, Wirtschaftstrends und der Bedarf an Fachkräften analysiert. Die präsentierten Daten waren sehr hilfreich, um die Entscheidung, nach Deutschland zurückzugehen oder in den USA zu bleiben, auf der Grundlage von objektiven Fakten treffen zu können. Herr Dr. Afting ermutigte zudem viele Teilnehmer, indem er betonte, wie sehr hochqualifizierte deutsche Akademiker mit USA-Auslandserfahrung in der freien Wirtschaft gefragt sind. An seiner eigenen Biografie sowie anhand mehrerer anderer Beispiele demonstrierte er, dass es sehr interessante Stellen in Deutschland gibt, die nicht unbedingt den klassischen Laufbahnen entsprechen. Dies war insbesondere interessant für diejenigen, die zwar entsprechend ihrem akademischen Niveau tätig sein möchten, sich dies aber auch in einem anderen Arbeitsbereich vorstellen könnten.
Der zweite Teil des Workshops war dann dem Bewerbungsverfahren gewidmet. Herr Dr. Hubert Detmer, stellv. Geschäftsführer des Deutschen Hochschulverbandes, referierte über wesentliche Veränderungen im Zusammenhang mit der Hochschulreform. So erfuhren die Workshop-Teilnehmer z.B., dass die damaligen C-Stellen durch W-Stellen ersetzt wurden und worauf bei einer Bewerbung auf eine Professur bzw. bei Berufungsverhandlungen zu achten ist. Diese Informationen waren von großem Interesse insbesondere für diejenigen Teilnehmer, die ihre Hochschullaufbahn in Deutschland nach erfolgreichem Forschungsaufenthalt in den USA fortsetzen wollen.
Herr Peter Langer (Vorstand GSO und Universitätskanzler a.D.) knüpfte an diese Ausführungen an und gab einen anschaulichen Überblick über Veränderungen, die das Angestelltenverhältnis im deutschen Hochschulbereich betreffen. Dadurch erhielten auch diejenigen Teilnehmer wertvolle Informationen, die zwar eine Beschäftigung im deutschen Hochschulbereich anstreben, sich aber noch nicht auf eine Professur bewerben können.
Ideal abgerundet wurde der Workshop dadurch, dass auch das Bewerbungsverfahren in der freien Wirtschaft durch Herrn Ralf Kortkampf (ehem. Personalleiter bei Schering) vorgestellt wurde. Er betonte, dass vor allem soziale Kompetenz, Auslandserfahrung, Sprachkenntnisse und Praktika des Bewerbers von großem Interesse für Unternehmen sind. Hilfreich waren seine Empfehlungen, wie die schriftliche Bewerbung gestaltet und wie das Bewerbungsgespräch geführt werden sollte. Der Workshop wurde von allen Teilnehmern als großer Erfolg wahrgenommen, denn er vermittelte den Anwesenden die notwendigen Informationen und Tipps, um im Bewerbungsprozess trotz der örtlichen Entfernung zu Deutschland erfolgreich zu sein.
Am Sonntag fand das GSO Symposium “Perspektiven für Wissenschaftler in Deutschland” und die parallel laufende Career Fair statt. Nach der Registrierung und einem ersten gemeinsamen Kennenlernen der Teilnehmer beim Frühstücksbuffet in dem wunderschönen Allerton Crowne Plaza Hotel begrüßte Herr Prof. Eicke Weber von der University of California (Präsident der GSO) die Teilnehmer des Symposiums. Er berichtete, wie die GSO entstanden ist und welche Veränderungen im deutschen Hochschulbereich notwendig seien, damit der Brain Drain von deutschen Akademikern gestoppt und möglichst rasch in einen Brain Gain für Deutschland umgewandelt werden kann. Insbesondere mehr Forschungsgelder, die Förderung von Eigenverantwortlichkeit, Leistungsprinzipien, Tenure Track-artige Perspektiven und Toleranz in Deutschland waren dabei wichtige Stichpunkte.
Im Anschluss stellten Vertreter der Boston Consulting Group, der McKinsey & Company, der Robert Bosch GmbH and der Schering AG das Firmenprofil der einzelnen Unternehmen vor und veranschaulichten z.T. sehr überzeugend an ihren eigenen Karrieren, wo Akademiker mit Auslandserfahrungen bei solchen Unternehmen tätig sein könnten.
Frau Nina Peiffer (Geschäftsführerin der GSO), die im Vorfeld des Treffens eine hervorragende Arbeit bei der Organisation des Workshops und Symposiums leistete, sprach über die „Jobbörse der GSO“. Hier können die Mitglieder der GSO ihren Lebenslauf und ihre Bewerbung ins Netz stellen, um sich entweder direkt zu bewerben oder sich zumindest über ihren Marktwert in Deutschland zu informieren. Sie wies daraufhin, dass die Wirtschaft umso mehr auf diese Jobbörse zugreifen wird, desto mehr Lebensläufe und Bewerbungen dort hinterlegt werden.
Herr Dr. Hubert Detmer, stellv. Geschäftsführer des Deutschen Hochschulverbandes, referierte über den Ausschreibungsdienst der DHV. Für Akademiker in den USA ist es oftmals sehr schwer, von ausgeschriebenen Stellen im deutschen Hochschulbereich zu erfahren. Frau Peiffer und Herr Dr. Hubert Detmer wiesen darauf hin, dass GSO Scholars, die ihren Lebenslauf und weitere Informationen zu ihrem Werdegang in die GSO Jobbörse eingestellt haben, in Zukunft den Ausschreibungsdienst des DHV kostenlos nutzen können. Dadurch haben die in den USA lebenden Mitglieder der GSO nun bessere Chancen, über ausgeschriebene Professuren in Deutschland zu erfahren und sich auf diese bewerben zu können.
Nach dem Mittagessen teilten sich die Besucher des GSO Symposiums auf und diskutierten in verschiedenen Arbeitsgruppen über die Themen „Internationales Networking“ (Eckhard Schröter, Nina Peiffer, beide GSO), „Hochschulreform“ (Peter Langer, GSO, Dr. Hubert Detmer, DHV und Katherina Reiche, MdB) und „Karriereperspektiven in Deutschland“ (Dr. Wolfgang Benz, GSO, sowie Vertreter der Wirtschaftsunternehmen). Die Möglichkeit, in kleinerer Runde Fragen an die Experten der jeweiligen Diskussionsrunde stellen zu können, wurde von den Teilnehmern sehr geschätzt. Die Ergebnisse der einzelnen Diskussionsrunden wurden am Ende zusammengefasst und den Teilnehmern der jeweils anderen Diskussionsrunden vorgestellt. Der sehr interessante Plenarvortrag von Frau Katherina Reiche (Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzende der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion) und eine Podiumsdiskussion „Wissenschaftsstandort Deutschland – Bilanz und Ausblick“ rundeten das sehr erfolgreiche GSO Symposium und die parallel laufende Career Fair an diesem Sonntag ab.
Die Teilnehmer stimmten überein, dass solche Treffen viel häufiger in den USA stattfinden sollten. Viele hochqualifizierte deutsche Akademiker in den USA wünschen sich prinzipiell, ihre Karriere in Deutschland fortsetzen zu können. Nach einem längeren Aufenthalt in den USA wird es jedoch zunehmend schwerer, an Informationen über offene Stellen bzw. Karriereperspektiven in Deutschland zu gelangen. Weiterhin sind viele deutsche Akademiker in den USA an Karriereoptionen in der freien Wirtschaft interessiert, obwohl sie bisher nur im universitären Bereich in Deutschland und den USA tätig waren. Kontakte mit Vertretern der Wirtschaft sind daher sehr nützlich. Die geringe Vernetzung von vielen deutschen Akademikern, die nicht über deutsche Stiftungen oder Organisationen in die USA gekommen sind, erschwert es noch zusätzlich, über die aktuellen Veränderungen in Deutschland und Karriereoptionen an deutschen Hochschulen bzw. in der Wirtschaft zu erfahren. Dies macht deutlich, wie wichtig solche von der GSO veranstalteten Treffen und Workshops sowohl für die Akademiker in den USA, aber auch für die deutsche Hochschullandschaft und Unternehmen sind. Die Teilnehmer waren sehr dankbar, dass durch die finanzielle Unterstützung der Bosch Stiftung und der VolkswagenStiftung dieses Treffen für die Teilnehmer so kostengünstig und an diesem sehr attraktiven Ort durchgeführt werden konnte. Die Organisation des Workshops und Symposiums war perfekt. Sowohl die Ankündigungen, die Auswahl des Veranstaltungsortes, die Unterbringung in dem sehr schönen Hotel und die eigentliche Durchführung des Workshops bzw. Treffens waren sehr professionell. Herzlichen Dank an die GSO, alle Referenten und alle Sponsoren für dieses sehr gelungene Treffen!


Nina Peiffer-Molineux
University of Calgary


Anfang Juni diesen Jahres fand der “Fit for Germany“ Workshop der German Scholars Organization (GSO) in Chicago statt. Dieser Workshop war speziell auf die Bedürfnisse deutscher Nachwuchs-wissenschaftler ausgelegt, die in naher Zukunft wieder nach Europa, speziell Deutschland, zurückkehren möchten. Circa 60 Teilnehmer kamen aus verschiedenen Teilen der USA und Canada zusammen, um über ihre berufliche Zukunft und das “Für und Wider“ USA – Deutschland zu diskutieren.
Ein Cocktail Empfang im Goethe-Institut, bei dem auch der deutsche Generalkonsul, Alexander Petri, anwesend war, bot eine exzellente Möglichkeit erste Kontakte zu Kollegen, Organisatoren und Vortragenden herzustellen.

Darauf aufbauend begann am folgenden Tag, nach der Vorstellung der Teilnehmer, der Workshop. Anerkennenswert präsentierten sich die von der GSO hervorragend ausgesuchten Sprecher, die einen Einblick in ihre jeweilige Arbeit und Organisation gaben und über ihre Erfahrungen und Sichtweisen informierten.
Vertreten waren der Vorstand der German Scholars Organization (GSO) durch Herrn Peter Langer, der Vorstand des Deutschen Hochschulverbandes durch Herrn Dr. Hubert Detmer, die Schering-AG durch den ehemaligen Personalleiter, Herrn Ralf Kortkampf und das Beratungsunternehmen McKinsey & Company durch Herrn Dr. Matthias Afting. Im Laufe der Veranstaltung wurde über den Arbeitsplatz Deutschland im Vergleich zu den USA diskutiert, den Teilnehmern neueste Einblicke in die wirtschaftliche und universitäre Entwicklungssituation Deutschlands gegeben, sowie über Einkommen und Lebenshaltung in beiden Ländern gesprochen. Dabei wurden den Teilnehmern potentielle Arbeitgeber vorgestellt, Tipps zur Jobsuche vermittelt, die Verfahren der Bewerbung und des Vorstellungsgespräches, sowie das neue komplexe Hochschulberufungsverfahren erläutert.
Der nächste Tag startete, nach der Begrüßung durch GSO – Präsidenten Prof. Dr. Eike Weber, mit den Präsentationen der anwesenden Firmen. Mit dabei waren die Boston Consulting Group, McKinsey & Company, die Robert Bosch GmbH, sowie die Schering AG. Auch wurden die Jobbörse der GSO durch die GSO – Geschäftsführerin Nina Peiffer und der Ausschreibungsdienst des DHV durch Dr. Hubert Detmer vorgestellt. Hier bot sich den Teilnehmern eine ausgezeichnete Möglichkeit, Informationen der verschiedenen Firmen aus erster Hand zu erhalten, und in der anschließenden Mittagspause bei den entsprechenden Vertretern Weiteres zu erfahren. Die anschließenden Diskussionsrunden mit den Schwerpunkten “Internationales Networking“, “Hochschulreform in Deutschland“, sowie “Karriereperspektiven in Deutschland“ gab den jeweilig Interessierten einen vertiefenden Einblick in die Materie. Abgerundet wurde dieser Tag durch eine rege Podiumsdiskussion, die sich einem ausgezeichneten Plenarvortrag über die universitäre Situation und Hochschulreform von Frau Katherina Reiche, MdB, anschloß.

Zusammenfassend gestaltete sich dieses Wochenende für die Teilnehmer als ein voller Erfolg. Neue Informationen zum Standort Deutschland und eventuelle Einstiegsmöglichkeiten waren vermittelt worden. Den Teilnehmern bot dieser Workshop sowie das Symposium die einmalige Chance zum Informationsaustausch, sowie zum Kontaktaufbau zu potentiellen Arbeitgebern.
Ein großes Dankeschön an die GSO, die dieses Treffen hervorragend organisiert hat. Damit stellt diese Organisation eine Anlaufstelle für alle im Ausland lebenden deutschen Wissenschaftler dar, die eine Rückanbindung an Deutschland – universitär oder industriell – suchen. Dazu trägt auch die GSO – Jobbörse bei, an der jedes GSO Mitglied kostenlos teilnehmen kann.
Last but not least ein großes Lob den Hauptsponsoren, der Robert Bosch Stiftung und der Volkswagen Stiftung, ohne deren finanzielle Unterstützung eine Organisation wie die GSO nicht existieren könnte.

  Info

Photos der Veranstaltung

Präsentationen

Programm GSO Regionaltreffen

Programm Fit for Germany Workshop

 Berichte GSO Symposium
in Chicago vom 3.- 5. Juni