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Förderprogramm "Rückkehr deutscher Wissenschaftler aus dem Ausland": Krupp-Stiftung und German Scholars Organization (GSO) ziehen positive Bilanz

Am 2.Oktober 2008 empfing die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in Essen 14 Professorinnen und Professoren, die mithilfe des Förderprogramms „Rückkehr deutscher Wissenschaftler aus dem Ausland“ für den deutschen Wissenschaftsstandort zurück gewonnen werden konnten.

Ziel des Förderprogramms, das die German Scholars Organization (GSO) im Auftrag der Krupp-Stiftung durchführt, ist die Unterstützung deutscher Hochschulen im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe. Insgesamt konnten mit dem Förderprogramm, das im September 2006 startete, bereits 21 Wissenschafterinnen und Wissenschaftler nach Deutschland zurück geholt werden. Der größte Teil stammt aus den USA, die übrigen sind aus Kanada, Neuseeland, England, Frankreich, der Schweiz und Österreich nach Deutschland zurückgekehrt. Sie vertreten unterschiedliche Fächer aus allen Bereichen der Geistes-, Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie der Medizin. (Zum Überblick über die bisher geförderten Lehrstühle)


„Unglaublich viel Papierkram“

Die Professorinnen und Professoren berichteten über die unterschiedlichen Erfahrungen, die sie bei der Rückkehr gemacht hatten. Nicht immer einfach gestaltete sich beispielsweise der (im Ausland selbstverständliche) Umgang mit dem Thema „dual careers“. Einige deutsche Hochschulen zeigten sich hier sehr flexibel, andere dagegen kaum. Sehr unterschiedliche Erfahrungen wurden auch beim Berufungsverfahren gemacht; einige Rückkehrer bescheinigten ihrer Hochschule einen dem Bewerber gegenüber entgegenkommenden, transparenten und zügigen Prozess, andere hatten das genaue Gegenteil erlebt. Hier könne das Förderprogramm Maßstäbe setzen, indem Mindestanforderungen an das Berufungsverfahren zukünftig in die Bewertung der Anträge einflössen, stellten die Rückkehrer fest. Die im Unterschied zum Ausland vergleichsweise hohe Lehrbelastung an deutschen Hochschulen wird als problematische Hürde für erfolgreiche Forschung und damit als Wettbewerbsnachteil hinsichtlich der Einwerbung von Drittmitteln wahrgenommen.
Bemängelt wurde aber auch der hohe bürokratische Aufwand, den ein Umzug nach Deutschland mit sich ziehe – „unglaublich viel Papierkram“ falle hier an. Auch die eigene Hochschulverwaltung wird häufig als „silo-artig“ erlebt. Die Rückkehrer stellten einen „Wahrnehmungs-gap“ fest: Insbesondere Hochschulleitungen, aber auch Kollegen hätten nicht selten selbst nie an einer ausländischen Universität gearbeitet und deshalb keine richtige Vorstellung von „Internationalität“ und dem, was Mitarbeitern im Ausland geboten würde.


Erfolg mit vergleichsweise geringen Mitteln

Die Erfahrungen des Förderprogramms hätten gezeigt, dass den Universitäten in vielen Fällen nur vergleichsweise geringe Mittel fehlten, um einem hervorragenden Wissenschaftler ein international konkurrenzfähiges Angebot zu machen, stellten Gastgeber Berthold Beitz und Eicke Weber, Vorstandsvorsitzender der GSO, bei dem Treffen fest. Dies könne Modell für weitere Unterstützungsmaßnahmen für deutsche Hochschulen sein. Das bestätigten die Rückkehrer. Das Programm wurde von ihnen als „Hilfe im kritischen Moment“ empfunden. Es sei nicht der einzige, aber ein wesentlicher Faktor für eine Zusage gewesen – manchmal der entscheidende. Die flexible und unbürokratische Mittelverwendung sei einzigartig und ausgesprochen hilfreich; die bereitgestellten Gelder erleichterten den Übergang beträchtlich. Gerade in der ersten Zeit sei es wichtig, Dinge am neuen Lehrstuhl ans Laufen zu bringen, stellten die Rückkehrer übereinstimmend fest; da fehle die Zeit Drittmittelanträge zu schreiben. Ausgesprochen heterogen stellt sich das Bild dar, das die Hochschulen hinsichtlich der Unterstützung ihrer neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten: Einige Universitäten geben – bestens organisiert - Orientierungshilfen wie interne Leitfäden an die Hand, bei anderen wird die Einarbeitung dem neuen Lehrstuhlinhaber komplett selbst überlassen.
Deutlich wurde: Starken Einfluss auf eine positive Entscheidung für einen Lehrstuhl in Deutschland hat die Aussicht auf eigene Gestaltungsmöglichkeiten und -spielräume. Und: Besonders locker und innovationsbereit wird die Stimmung im neuen Team erlebt, wenn schon andere „Rückkehrer“ vorhanden sind. Gemeinsam lässt sich Veränderung offenbar leichter vorantreiben - ein Appell an die Hochschulen in Deutschland, dieses Potenzial zu nutzen und verstärkt innovative, engagierte Wissenschaftler mit Auslandserfahrung anzuwerben!


 

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